Viren sind keine Lebewesen sondern nur Moleküle
Ein paar Worte zu Viren und Virenerkrankungen. Grundsätzlich sind Viren keine Lebewesen, ergo vermehren sich Viren nicht spontan und ebensowenig gibt es unter den Viren Vererbung so wie das bei Lebewesen der Fall ist. Sicher kann man das Erbgut (DNA//RNA) eines Virus verändern, nur wird eine Veränderung (Mutation) nicht vererbt, das veränderte Virenmolekül ist kaputt, kann nicht mehr kopiert werden und ist von daher auch nicht mehr krankheitserregend. Und da Viren eben nur Moleküle sind kann man Viren auch nicht züchten. Wenn die DNA//RNA eines Virus kopiert wird, entsteht kein neuer Virus sondern ein neues Molekül des vorliegenden Virus.
Die Entscheidung, die DNA//RNA eines Virus zu kopieren trifft ein Organismus nicht etwa anhand der DNA-Folge sondern anhand der Histone (Eiweißkörper, Proteinsubstanzen) um die sich der DNA-Strang windet. Diese Histone geben mit anderen Enzymen eines Organismus ganz spezifische chemische Reaktionen, die eben für den Spezie und den Virus typisch sind. So vermehrt ein Spezie nicht jede DNA oder RNA mit der er Kontakt hat (das wäre ja fatal), also auch nicht jeden Virus. Von daher sind Virenerkrankungen artenspezifisch und so wird Immunität auch als spezifische Abwehr bezeichnet.
Die Immunität nun, besteht gegenüber manchen Viren ein Leben lang (Kinderkrankheiten). Bei Grippeviren jedoch ist die Immunität nur von kurzer und unterschiedlicher Dauer. Wie lange eine Immunität gegenüber Grippeviren oder Coronaviren anhält kann man nicht vorhersagen. Das ist der Grund dafür, daß wir mehrmals im Leben eine Grippe bekommen und uns erkälten und daß manchmal die Grippe gehäuft auftritt: Die unterschiedliche Dauer der Immunität. Die Viren jedoch sind immer dieselben. Und auch Coronaviren gibt es schon immer, sie waren, wie auch alle anderen Viren nie eine Bedrohung für die Menschheit.
Wenn man die DNA oder RNA eines Virus verändert, kann diese nicht mehr kopiert werden. Auf dieser Grundlage beruht die Wirkung von Desinfektionsmitteln. Und weil Viren keine Lebewesen sind, sind spontane Mutationen völlig ausgeschlossen.
Quelle: Kleine Enzyklopädie Gesundheit, Bibliografisches Institut Leipzig 1985
Virenmoleküle entstehen genauso wie alle anderen Moleküle der anorganischen Chemie (Wasser) und der organischen Chemie (Aminosäuren) aufgrund der Wirkung von Naturgesetzen. Aufgrunddessen, daß sich Viren nicht spontan vermehren, sind sie jedoch darauf angewiesen, sich in fremden Organismen bestimmter Arten vermehren zu lassen. Ebenso bedeutsam für Beständigkeit von Virenmolekülen ist deren chemische Stabilität unter bestimmten Bedingungen, also beispielsweise die Frage der Temperaturbeständigkeit.
Wie bereits dargelegt, sind virale Erkrankungen artenspezifisch wobei die pathogene Wirkung der Viren darauf beruht, daß deren DNA//RNA kopiert wird. Somit produziert der von einem krankheitserregenden Virus befallene Organismus nicht nur neue Virenmoleküle schlechthin sondern die Bestandteile dieser Viren, also Enzyme und Histone die letztendlich den eigenen Organismus schädigen und virenspezifische Symptome hervorrufen. Aufgrunddessen, daß bei jeder Spezies Enzyme, Proteine und Peptide anders aufgebaut sind, ist es auch so, daß eine bestimmte Spezies eben nur bestimmte Viren vermehren kann. D.h., daß bspw. Coronaviren die Affen krankmachen zwar aus denselben Aminosäuren bestehen wie Coronaviren die Menschen krankmachen, jedoch Aneinanderreihung dieser Aminosäuren von Art zu Art eine Andere ist. So genügt bereits eine andere Aminosäure an derselben Position im Eiweißmolekül, daß sich dieses Enzym von Art zu Art völlig anders verhält. Es ist biologisch nicht möglich, daß die DNA//RNA von Viren die Menschen krankmachen, in Hühnereiern vermehrt wird. Denn bei der Proteinsynthese spielen eine ganze Reihe an Enzymen mit die allesamt artenspezifisch sind, was die pathogene Wirkung von bestimmten Viren weiter qualifiziert und spezifiziert.
Von daher leitet sich auch der Begriff spezifische Abwehr ab für den Vorgang der Immunisierung. Diese Zusammenhänge sind die Grundlage für die ganze Artenvielfalt auf dieser Welt und die Voraussetzung dafür daß es die Menschheit überhaupt gibt. Und so entsteht aus einem befruchteten Hühnerei eben ein Huhn oder ein Hahn weil spezifische Reaktionen dafür sorgen, daß eben nur die DNA dieser Spezies kopiert wird.
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